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Verwaltungsgericht Berlin: Gerichtlicher Sachverständiger widerlegt Gutachter des Versorgungswerks der Rechtsanwälte, Herrn Dr. Markus Müller - vier Jahre Rentennachzahlung wegen Berufsunfähigkeit!

Dr. Markus Müller, LL.M

Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie

Alt-Buckow 9-11, 12349 Berlin - Neukölln

Der Gutachter ist hier als Auftragnehmer für Begutachtungen durch berufsständische Versorgungswerke in Berlin, vornehmlich die Berliner Ärzteversorgung und das Versorgungswerk der Rechtsanwälte Berlin bekannt geworden.

In sämtlichen von uns betreuten Fällen, konnten seine Gutachten – welche zunächst zu ablehnenden Bescheiden der Versorgungsträger geführt hatten – widerlegt werden. Entweder geschah das durch gerichtliche Gutachter oder aber durch unsere Argumentation in den Widerspruchsverfahren gegen die Versorgungswerke.

 

Entscheidung vom 04.06.2018

Unser Mandant hatte aufgrund psychiatrischer Beschwerden und weiterer körperlicher Beeinträchtigungen bereits mehr als zwei Jahre eine Berufsunfähigkeitsrente aus dem Versorgungswerk der Rechtsanwälte bezogen und seine Tätigkeit als Rechtsanwalt und Notar aufgrund dieser gesundheitlichen Einschränkungen bereits aufgeben müssen. Im Rahmen eines Antrages auf Weitergewährung der Berufsunfähigkeitsrente gelangte der vom Versorgungswerk beauftragte Gutachter Dr. med. Markus Müller, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,  Alt-Buckow 9/11, 12349 Berlin-Neukölln, zur Aussage, dass keine Einschränkungen der geistigen Fähigkeiten bestünden und er deshalb sechs Stunden und mehr in der Lage sei, schriftliche anwaltliche Tätigkeiten, anspruchsvolle juristische Zuarbeiten aber auch komplexe Prüfungstätigkeiten durchführen könne. Die Weitergewährung der Berufsunfähigkeitsrente wurde daraufhin vom Versorgungswerk abgelehnt, wie auch im Widerspruchsverfahren trotz Vorlage zahlreicher medizinischer Unterlagen auch über zwischenzeitlich mehrfach stattgehabte stationäre Aufenthalte, aus welchen sich die erheblichen gesundheitlichen Einschränkungen unseres Mandanten ergaben, keine neue Begutachtung durchgeführt wurde. Es bliebt daher bei der Ablehnung durch das Versorgungswerk.

Im sodann von uns gegen das Versorgungswerk der Rechtsanwälte in Berlin geführten Klageverfahren erfolgte durch den gerichtlich eingesetzten Gutachter eine äußerst ausführliche psychiatrische Exploration, sodass dieser zu den Feststellungen gelangte, dass unser Mandant aufgrund des komplexen depressiven Syndroms mit einer Dysthymia und einer sich überlagernden depressiven Störung dauerhaft nicht mehr in der Lage ist, einer Tätigkeit als Rechtsanwalt nach den Regelungen der Satzung des Versorgungswerkes nachzugehen.

Dabei ergab sich nach dem gerichtlich eingeholten Gutachten, dass der Vorgutachter des Versorgungswerkes mitnichten Anhaltspunkte für eine Besserung der Leistungsdefizite gegenüber der vorherigen Gewährung der Berufsunfähigkeitsrente aufgezeigt hatte, vielmehr das Gutachten des Herrn Dr. Müller sowohl hinsichtlich der diagnostischen Einordnung als auch der daraus gezogenen Schlussfolgerungen nicht nachvollziehbar war, wie dies bereits von uns im gerichtlichen Verfahren geltend gemacht worden war: Der Vorgutachter hatte also schon die falschen Diagnosen gestellt! Das Gutachten des Herrn Dr. Müller war nicht tragfähig, es krankte auch an dem handwerklichen Mangel, dass sich der Schwergrad einer solchen Erkrankung bei weitem nicht allein aus einem Gesprächsverhalten bei einer knapp zweistündigen gutachterlichen Exploration erschließt und die weiteren depressiven und narzisstischen Symptome von Herrn Dr. Müller als „subjektiv“ abgetan wurden, anstatt die Beeinträchtigungen ins Verhältnis zum berufsspezifischen Leistungsvermögen zu setzen.

Das Versorgungswerk der Rechtsanwälte in Berlin musste daraufhin dem Mandanten die Rente wegen Berufsunfähigkeit auf Dauer weitergewähren und die Nachzahlung für die vergangenen vier Jahre erbringen.

Dieses Verfahren zeigt einmal mehr, das Versorgungs- und Versicherungsträger wie auch Versorgungswerke durch die Beauftragung ihr genehmer Gutachter versuchen, berechtigte Ansprüche abzuwehren und diese Begutachtungen durch falsche Diagnosestellungen den zu fordernden Standards nicht genügen. Es kann dann den Mandanten nur geraten werden, diese Ansprüche mit anwaltlicher Vertretung konsequent geltend zu machen und im gerichtlichen Verfahren nachvollziehbare Begutachtungen auf der Grundlage zutreffender Diagnosefeststellungen einzufordern.

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