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Rechtsschutzversicherung

Die Invaliditätsbestimmung in der Privaten Unfallversicherung

20.1.2006 : Unfallversicherung

Eine Entscheidende Frage bei der Invaliditätsbestimmung in der Privaten Unfallversicherung ist die Auswahl des Gutachters. Dieser bestimmt zunächst den Invaliditätsgrad, gleich ob im Rahmen der Gliedertaxe oder ggf. außerhalb, da eine Bemessung anhand der Gliedertaxenwerte nicht möglich ist.

 

Bei der Auswahl des Gutachters besteht für den Versicherten zunächst ein entscheidender Nachteil; die Versicherung bestimmt und bezahlt diesen! Dies führt meist dazu, dass ein regelmäßig von einer Versicherung beauftragter Gutachter versucht, ein für seinen Auftraggeber interessengerechtes Ergebnis zu finden.

Erfahrungsgemäß wählen die Regulierungsabteilungen der Unfallversicherungen aus einem Stamm von Gutachtern aus, die immer wieder beauftragt werden und mit dieser Gutachtertätigkeit einen teilweise nicht unerheblichen Teil ihres Einkommens bestreiten bzw. sogar ganz von der Gutachtertätigkeit leben. Dies betrifft insbesondere die in den letzten Jahren immer beliebter werdenden Institute für Medizinische Begutachtung, auf die auch die viele private Unfallversicherer zurückgreifen.

Bei der Gutachterauswahl spielt weiterhin eine Rolle, dass in einem späteren Rechtsstreit – sollte der Versicherte der  Begutachtung durch den bestimmten Arzt zugestimmt haben – die Gerichte dieses Gutachten dann als sog. „antizipiertes Sachverständigengutachten“ werten und zur Grundlage ihrer möglicherweise nachteiligen Entscheidung machen.

 

 

Es sind darüber hinaus andere Konstellationen denkbar, in denen private Unfallversicherungen zur Bestimmung der Invalidität gern auf die Beauftragung eigener Gutachter verzichten, weil sich das gewünschte Ergebnis auch einfacher und „eleganter“ erzielen lässt:

 

Zum einen ist das der Fall, wenn bereits der behandelnde Arzt des Versicherten (ob bewusst oder aus Unwissenheit) eine für die Versicherung interessengerechte Einschätzung getroffen hat. Unfallversicherer übersenden im Regelfall im Rahmen der Schadenbearbeitung einen Unfallfragebogen an die Versicherten, welcher auch ein Formblatt enthält, dass der behandelnde Arzt auszufüllen hat. Manche Versicherungen verschicken diesen Arztfragebogen auch direkt an den Behandler, nachdem dieser ihm durch den Versicherten bekannt gemacht worden ist.

Es kommt durchaus nicht selten vor, dass die behandelnden Ärzte bei der Einschätzung des Invaliditätsgrades – auch zum Nachteil der eigenen Patienten – völlig neben der Sache liegen. Dies kann darin begründet sein, dass der Arzt bzgl. der Bewertung in der privaten Unfallversicherung nicht kompetent ist (was regelmäßig der Fall ist) oder das er sein eigenes Behandlungsergebnis nicht „schlecht reden“ will. In beiden Fällen ist der behandelnde Arzt kein objektiver Gutachter! Aber noch einmal: Kommt der vom behandelnden Arzt bestimmte Invaliditätsgrad den Interessen der Unfallversicherung entgegen, wird diese den durch den Arzt bestimmten Wert zur Grundlage ihrer Abrechnung machen. Im Regelfall akzeptieren die Versicherten dieses Ergebnis, weil die Grundlage der Abrechnung schließlich vom eigenen Arzt kommt; ein häufig fataler Fehler!

 

Ein anderer typischer Fall ergibt sich in der Situation, wenn die Unfallverletzung aus einem Arbeitsunfall resultiert. Regelmäßig ist der Versicherte dann von einem Durchgangsarzt der Berufsgenossenschaft oder in einem Unfallkrankenhaus der Berufsgenossenschaft behandelt worden. Die behandelnden Ärzte der Berufsgenossenschaften werden von diesen meist auch dazu bestimmt, die sog. Minderung der Erwerbsfähigkeit ( MdE ) festzulegen, anhand der sich im Ergebnis bestimmt, ob der Versicherte eine (gesetzliche) Unfallrente beanspruchen kann. Auch bestimmen die D-Ärzte ebenfalls über die Fragen, ob überhaupt ein Arbeitsunfall vorliegt, ob mglw. ein sog. „Vorschaden“, ob weiter unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit besteht u.s.w. . Obwohl die sozialversicherungsrechtliche Kategorie der Minderung der Erwerbsfähigkeit ( MdE ) mit der Invaliditätsbestimmung in der privaten Unfallversicherung nicht vergleichbar ist, beauftragen private Versicherung die Ärzte der Berufsgenossenschaft gern, den Invaliditätsgrad nach der Gliedertaxe gleich mit zu bestimmen. Dies führt dazu, dass der D-Arzt, der gegenüber seinem Dienstherren – der Berufsgenossenschaft – bereits dazu angehalten wird, bei der Invaliditätsbemessung zurückhaltend zu sein, dies auch gegenüber der privaten Unfallversicherung sein wird – unabhängig davon, ob er die verschiedenen Kategorien der Bemessung überhaupt im Blick hat. In jedem Fall ist auch hier die Gefahr, dass es zu einer – für den Versicherten – nachteiligen Beurteilung kommt greifbar.

 

Im Ergebnis muss insofern dringend dazu geraten werden, die Invaliditätsabrechnung der Unfallversicherung genauestens zu hinterfragen. Dabei sind nicht allein medizinische Kategorien, sondern auch juristische Fragen zu beachten, so dass ein Versicherter ohne kompetenten Rat häufig auf „verlorenem Posten“ steht.

Liegt das Gutachten der Versicherung bereits vor, ist es notwendig sich zunächst intensiv mit den versicherungsmedizinischen und versicherungsjuristischen Bewertungskategorien auseinander zu setzen und darüber hinaus ggf. formale Fehler in der Begutachtung herauszuarbeiten um möglicherweise auch den Versicherer von der Einholung eines (weiteren) objektiven Invaliditätsgutachtens überzeugen zu können.

 

Verfahren:

Sollten Sie unsere Kanzlei mit der Prüfung Ihres Sachverhaltes betrauen wollen, kontaktieren Sie unser Büro bitte telefonisch oder per Email. Bitte beachten Sie dabei ggf. bereits laufende Fristen!

Wir arbeiten bundesweit und sind für den Fall, dass Sie nicht in Berlin und Umgebung wohnen, in der Lage, innerhalb kürzester Zeit zu reagieren und den Sachverhalt mit Ihnen zunächst telefonisch abzuklären.

 

Die Kosten der Rechtsberatung und des Verfahrens muss im Regelfall Ihre Rechtsschutzversicherung übernehmen, so diese vorhanden ist. Wir arbeiten mit allen Rechtsschutzversicherern zusammen und übernehmen -  für Sie kostenlos - die Deckungsanfrage bei Ihrer Versicherung.

Falls Sie sich selbst vorab  bei Ihrer Rechtsschutzversicherung erkundigen, ob Ihre Sache vom Vertrag umfasst ist, beachten Sie bitte folgendes: Versicherungsrechtliche Beratungen bzw. Auseinandersetzungen sind regelmäßig in allen Arten von Rechtsschutzverträgen enthalten, so lange der Vertrag nicht auf eine bestimmte Sparte (z.B. nur Arbeitsrechtsschutz) beschränkt ist. Das Kriterium für die Gewährung von Beratungs- bzw. Vertretungsrechtsschutz ist allein, ob ein sog. Leistungsfall für die Rechtschutzversicherung gegeben ist, der immer dann vorliegt, wenn die Gegenseite (also Ihre Berufsunfähigkeitsversicherung) gegen ihre Rechtspflichten verstoßen hat. Dieser Verstoß kann beispielsweise bereits in einer schleppenden Regulierung liegen.

Beachten Sie weiterhin, dass Sie nach den Rechtsschutzversicherungsbedingungen die freie Anwaltswahl haben und Rechtsschutzversicherungen Sie weder auf eine telefonische „Beratungshotline“ verweisen noch Ihnen glaubend machen dürfen, Sie müssten der ggf. ausgesprochenen  Empfehlung bestimmter Anwälte Folge leisten. Diese Empfehlungen von Rechtsschutzversicherungen orientieren sich erfahrungsgemäß nicht an der Qualifikation und Erfahrung des Rechtsanwalts, sondern allein daran, ob dieser  bereit ist, im Rahmen von Gebührenvereinbarungen mit den Rechtsschutzversicherern unterhalb der gesetzlich vorgesehenen Regelgebühren abzurechnen. Dies nützt allein der Rechtsschutzversicherung, aber nicht Ihnen!

Durch die Beauftragung eines Anwalts der nicht an Ihrem Wohnsitz praktiziert, entstehen Ihnen keine Mehrkosten. Allein im Prozessfall können Mehrkosten (Reisekosten des Anwalts) – die die Versicherung u.U. nicht übernehmen muss – entstehen. Dies ist jedoch sehr selten der Fall, da die Versicherten meist selbst nicht am Sitz der Versicherung wohnen, wo diese aber  i.d. R. verklagt werden muss.

Für den Fall, dass Sie nicht rechtsschutzversichert sind, gleichwohl aber anwaltliche Vertretung oder Beratung wünschen, sprechen Sie uns gern an. Wir klären vorab mit Ihnen, welche Verfahrensschritte wir zunächst für sinnvoll halten und welche Gebühren für Sie durch unsere Tätigkeit im jeweiligen Verfahrensabschnitt entstehen, so dass auf beiden Seiten Kostensicherheit besteht. Beachten Sie weiterhin: für den Fall einer erfolgreichen anwaltlichen Tätigkeit ist die Gegenseite verpflichtet, unsere Anwaltsgebühren zu tragen!

 

Ansprechpartner Dezernat

(Personen)-Versicherungsrecht:

 

Rechtsanwalt Jörg Büchner

Fachanwalt für Versicherungsrecht

 

Rechtsanwalt Stefan Zeitler

 

Budapester Str. 43

10787 Berlin

 

Tel.:     030/ 23 00 33 44

Fax:     030/ 23 00 42 30

Email: info@ra-buechner.de

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